Dr. Röhrs & Herrmann
Beratende Ingenieure und Geologen

Aktuelles: Projekte

Rückbau und Sanierung eines Chemiestandortes
Unter Federführung unseres Büros wurde in den Jahren 2006 bis 2010 ein Chemiestandort an dem ehemals Pflanzenschutzmittel synthetisiert wurden, rückgebaut. Im Vorfeld des Rückbaus wurden von uns über 800 Materialproben zur Schadstoffkartierung sämtlicher Bauteile entnommen und auf Rückstände aus dem Synthesebetrieb untersucht. Ziel der Untersuchungen war ein sowohl in ökologischer als auch wirtschaftlicher Hinsicht optimiertes Rückbau –und Entsorgungskonzept für den Standort. Insgesamt wurden über 100.000 t Material beim Rückbau separiert und über verschiedene Wege fachgerecht entsorgt.
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Rückbau Gebäude  
Parallel zu den Untersuchungen der Gebäudesubstanz erfolgten Boden- und Grundwasseruntersuchungen zur Erkundung möglicher Kontaminationen aus dem über 50-jährigen Betrieb der Produktionsanlagen. Im Ergebnis dieser Untersuchungen wurden von unserem Büro nach einer qualifizierten Gefahrenbeurteilung ein Sanierungskonzept und ein Sanierungsplan n. § 13 BBodSchG für den Standort erarbeitet. In Teilbereichen wurden dann Bodensanierungen durch Totalauskofferung durchgeführt. Dabei wurden sowohl herkömmliche Auskofferungsverfahren in offener Bauweise als auch Bodenaustauschverfahren mittels überschnittener Großlochbohrungen und Wabentechnik eingesetzt. Es wurden mehr als 25.000 t Boden ausgekoffert und entsorgt.
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Bodenaustausch mittels
Wabentechnik
Bodenaustausch mittels
Großlochbohrung
Parallel zur Bodensanierungen erfolgt am Standort noch eine hydraulische Sanierung. Aus 16 Sanierungsbrunnen wird Grundwasser entnommen und über eine vollautomatische, von uns konzipierte, Dekontaminationsanlage bis auf Trinkwasserqualität gereinigt. Die Steuerung der Anlage erfolgt rechnergestützt per Fernzugriff direkt aus unserem Büro. Sämtliche Betriebsdaten sowie Prozessabläufe werden in Echtzeit übertragen, so dass die Anlage jederzeit optimal gefahren werden kann. Durch die hydraulische Sanierung wird sichergestellt, dass keine Schadstoffe den Standort mit dem Grundwasserabstrom verlassen. Die Überwachung erfolgt durch ein regelmäßiges Grundwassermonitoring.
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Grundwassersanierungsanlage  

Von unserem Büro erfolgte die fachgutachterliche Begleitung sämtlicher Maßnahmen durch Sachverständige n. § 18 BBodSchG, Sachverständige für Asbest sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit auf kontaminierten Standorten und Sicherheits- und Gesundheitsschutz-koordinatoren n. BaustellV.

Rückfragen / Kontakt: Projektleiter: Dr. Jürgen Röhrs



Langzeitsicherung eines Deponiestandortes
Unter Leitung unseres Büros erfolgt gegenwärtig die Langzeitsicherung einer betrieblichen Sonderabfalldeponie eines Chemieunternehmens. Auf dem 5 ha großen Deponiestandort befinden sich zwei stillgelegte Deponien mit einem Sonderabfallvolumen von zusammen 150.000 t. Beide Deponien werden auf Grundlage der von unserem Büro durchgeführten Standorterkundungen vollständig mit einer Einphasenschlitzwand umschlossen, um den Zutritt von Wasser aus einem zerklüfteten Bereich eines ansonsten wasserdichten Tongesteins zu unterbinden.
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Leitwandgraben mit Schlitzwandgreifer  
Die Oberfläche der Deponien wird mit einer klassischen Abdeckung, bestehend aus Gasdrainschicht, mineralischer Dichtung, Kunststoffdichtungsbahn (KDB), Entwässerungsschicht und Rekultivierungsschicht verschlossen. Als innovative Technik wird die KDB mit einem Leckanzeigesystem ausgestattet, dass in der Langzeitüberwachung eine Leckortung in einem Radius von 1 m ermöglicht.
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Mineralische Dichtung, KDB, Schutzvließ und Drainschicht  

Das Deponiegas wird aktiv abgesaugt und zur Entfernung von gasförmigen Schadstoffen über Aktivkohle dekontaminiert. Deponiesickerwasser wird nach Abschluss der Maßnahmen noch bis zur Trockenlegung der Deponien gefördert und in oberirdischen Tankbehältern gespeichert, aus denen es bei Bedarf abgepumpt und entsorgt wird. Die Steuerung und Überwachung der Deponiegasabsaugung, der Sickerwasserentnahme sowie die Kontrolle der Leckanzeige der KDB erfolgen rechnergesteuert per Fernzugriff direkt aus unserem Büro

Von unserem Büro erfolgte die technische Planung der Maßnahmen zur Langzeitsicherung einschließlich der Anlagen zur Deponiegas- und Sickerwasserentnahme sowie das Konzept zur Langzeitüberwachung des Deponiestandortes über 38 Grundwassermessstellen. Die örtliche Bauleitung, die Bauoberleitung und der Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator wurden ebenfalls von unserem Büro gestellt.

Projektleiter: Markus Herrmann und Dr. Jürgen Röhrs



Überwachung, Unterhalt und Sicherung einer betrieblichen Sonderabfalldeponie
Im Auftrag eines Pharmaunternehmens ist unser Büro seit Dez. 2005 für die komplette Betreuung einer betrieblichen Sonderabfalldeponie zuständig, die sich in der Stilllegungsphase befindet.
Der Auftrag beinhaltet die ständige Überwachung und den Unterhalt der technischen Deponieeinrichtungen incl. Sickerwasserfassung und -entsorgung. Die Sickerwasserfassung erfolgt von unserem Büro aus per Datenvisualisierung und Fernzugriff auf den vor Ort befindlichen Rechner, der die Pumpen in den Sickerwasserbrunnen und den Betrieb eines oberirdischen Tanklagers steuert.
Ferner sind wir mit dem laufenden Grundwassermonitoring und den Planungen zur langfristigen Sicherung (Abdeckung) des Deponiestandortes beauftragt.
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Das oberirdische Tanklager (2 * 25 m3) zur Zwischenspeicherung von Deponiesickerwasser. Die Steuerung der Sickerwasserentnahme aus zwei Brunnen erfolgt über einen zentralen Rechner. Per Prozessvisualisierung und Datenfernzugriff wird die Anlage von unserem Büro aus überwacht und die Abfuhr von Sickerwasser veranlasst, sobald die Tankbehälter entsprechend gefüllt sind.
Projektleiter: Dr. Jürgen Röhrs


Sanierung der Altablagerung Ackerstraße in Wolfenbüttel
Im Auftrag der Schering AG und der Stadt Wolfenbüttel wurde von unserem Büro ein Konzept zur Sanierung der Altablagerung Ackerstraße in Wolfenbüttel entwickelt, das auf Grundlage eines öffentlich rechtlichen Sanierungsvertrages nach. § 13 BBodSchG seit Juni 2004 umgesetzt wird.
Bei der Altablagerung handelt es sich um einen ca. 400.000 m3 großen ehemaligen Kalkmergelabbau, der von 1952 bis 1967 mit Hausmüll, Klärschlamm und Rückständen aus der Produktion von Pflanzenschutzmitteln (PBSM) verfüllt wurde.
Die Sanierung umfasste als erstes Sicherungselement die Abdeckung der Altablagerung mit einer Kombinationsabdichtung aus Trisoplast®/Ton und Kunststoffdichtungsbahn incl. Deponiegasfassung und -dekontamination. Diese Abdeckung wurde im Jahr 2005 fertiggestellt.
Das zweite Element der Sanierung beinhaltet die Entnahme des hoch mit PBSM kontaminierten Grundwassers aus fünf Sanierungsbrunnen im Abstrom der Altablagerung. Das Grundwasser (20 m3/h) wird in einer von unserem Büro konzipierten und von der Fa. Züblin-Umwelttechnik installierten vollautomatischen Reinigungsanlage soweit dekontaminiert, dass es anschließend direkt in die Oker abgeleitet werden kann.
Die gesamte Technik zur Grundwasser- und Deponiegasdekontamination wurde in einer eigens dafür auf der Altablagerung errichteten Halle untergebracht. Die Überwachung und Steuerung der Anlage erfolgt per Datenvisualisierung und Fernzugriff direkt aus unserem Büro. Die Anlage ist seit Dez. 2004 kontinuierlich in Betrieb, im ersten Betriebsjahr wurden 25 kg PBSM aus den Sanierungsbrunnen gefördert und an Wasser-Aktivkohle gebunden. Im Grundwasserabstrom der Altablagerung ist bereits ein deutlicher Rückgang der Schadstoffkonzentrationen feststellbar.
Auf Grundlage des öffentlich rechtlichen Sanierungsvertrags sind der Unterhalt der Deponieabdeckung sowie der Betrieb der Grundwassersanierung und der Deponiegasfassung für mehrere Jahrzehnte vertraglich geregelt und finanziell abgesichert.
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Im Vordergrund das Brunnenregister mit dem Zulauf aus den fünf Sanierungsbrunnen. Im Hintergrund die Wasseraktivkohlefilter mit jeweils 4000 kg Kohlefüllung Links die aus zwei parallel geschalteten Kiesfiltern bestehende Funktionseinheit zur Schlamm- und Eisenabscheidung. Die Rückspülung der Filter erfolgt vollautomatisch mittels Differenzdruckregelung.
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Die Überwachung und Steuerung der Anlage erfolgt vollautomatisch über einen Rechner, der per Fernzugriff aus unserem Büro bedient wird. Die Leichtbauhalle in der die gesamte Sanierungstechnik installiert wurde.
Projektleiter: Dr. Jürgen Röhrs